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Software-Evaluation: Isometrics
Das IsoMetrics-Verfahren stellt eine benutzerorientierte Technik zur Software-Evaluation auf der Basis der ISO 9241 (Teil 10) zur Verfügung. Es gibt zwei Versionen des IsoMetrics-Verfahrens. Beide Versionen benutzen dieselben Items: IsoMetricsS (short) unterstützt die summative Evaluation, während IsoMetricsL (long) für formative Zwecke eingesetzt werden soll.

Die aktuelle Version des IsoMetrics-Verfahrens umfasst 75 Fragen, die die 7 Gestaltungsgrundsätze des internationalen Standards ISO 9241 Teil 10 operationalisieren.

Diese Gestaltungsprinzipien lauten im Einzelnen:
  • Aufgabenangemessenheit (suitability for the task)
  • Selbstbeschreibungsfähigkeit (self-descriptiveness)
  • Steuerbarkeit (controlability)
  • Erwartungskonformität (conformity with user expectations)
  • Fehlerrobustheit (error tolerance)
  • Individualisierbarkeit (suitability for individualization)
  • Erlernbarkeit (suitability for learning) (ISO 9241-10 1996)

Die summative Version erlaubt einen Vergleich zwischen alternativen Softwaresystemen, z.B., um für einen bestimmten Anwendungszweck das software-ergonomisch beste Produkt auszuwählen, eine Software auf Normkonformität zu überprüfen oder im Rahmen des Prototypings zwischen Designalternativen zu entscheiden und die Optimierung von Versionen zu kontrollieren.

In der Kurzversion wird jedes Item auf einer 5-stufigen Ratingskala beantwortet.
Die formative Variante zielt hingegen direkt auf die Verbesserung einer Software ab und unterstützt das (Re)design eines Systems. Für die formative Evaluation erzeugt das Verfahren quantitative Daten für die Beschreibung der Verbesserung der Gebrauchstauglichkeit der Software und qualitative Daten, die benutzt werden können, um die Probleme zu beschreiben.

Dazu besitzt die Langversion pro Item noch ein Wichtigkeitsrating sowie Freiraum für die Darstellung konkreter Beispiele, die Schwächen des Systems in Bezug auf das formulierte Item beschreiben.
Mit Hilfe des IsoMetrics-Verfahrens können wichtige Informationen für die iterative Softwareentwicklung gewonnen werden, insbesondere

  • Maßzahlen auf der Benutzbarkeitsdimension, die als Anhaltspunkte für den Entwicklungsfortschritt benutzt werden können.
  • konkret Hinweise auf Fehlfunktionen und Schwachstellen der Software aus Benutzersicht.
  • Gewichte von Problemklassen, die empirisch aus der Benutzersicht gewonnen werden.

Zusätzlich werden durch das IsoMetrics-Verfahren Angaben zur Auswahl der Befragtenpopulation und von Testaufgaben als Grundlage für die Evaluation gemacht sowie Prozeduren für die Datenauswertung geboten.

Isometrics hat sich sowohl in wissenschaftlichen Untersuchungen als auch im Praxiseinsatz, auch im Vergleich zu alternativen Methoden, als effizientes Verfahren zur Erhebung von Schwachstellen von Software erwiesen (Willumeit et al., 1996; Gediga & Hamborg, 1997; Hamborg et al., 1999, Hamborg 2002).

Die Zuverlässigkeit und Validität des Verfahrens wurde nach wissenschaftlichen Kriterien überprüft (Gediga, Hamborg & Düntsch, 1999). Bereits Willumeit, Gediga und Hamborg (1996) haben gezeigt, dass das Auffinden von Schwachstellen mittels IsoMetrics sehr effektiv funktioniert: bei 10 evaluierenden Benutzern kann mit ca. 100 Anmerkungen über Schwachstellen einer Software gerechnet werden. Die festgehaltenen Schwachpunkte dienen als Ausgangspunkt für ein sog. Usability-Review, in dem Benutzervertreter, Softwareentwicklung und Ergonomiespezialisten ein Redesign des untersuchten Systems festlegen.